Demografie Bottrop

23 Kennzahlen · Zeitreihe 2019–2023 · Quelle Bertelsmann Stiftung (CC0)

Die folgenden 23 Kennzahlen zeigen die demografische Entwicklung von Bottrop (Nordrhein-Westfalen) im Zeitverlauf 2019 bis 2023. Neben den Jahreswerten stehen der Bundesdurchschnitt (2023), die Veränderung zum Startjahr und — soweit die Datenbasis mindestens 10 Vergleichsregionen umfasst — der Rang im Bundesland-Vergleich.

Basis

Kennzahl 2019 2020 2021 2022 2023 Trend DE 2023 Rang
Bevölkerung 117.565 117.388 117.311 118.113 118.705 +1,0 % 84.669.326 52 / 54
Einwohnerdichte 11,7 11,7 11,7 11,7 11,8 +0,9 % 2,4 21 / 54

Trend

Kennzahl 2019 2020 2021 2022 2023 Trend DE 2023 Rang
Bev.-Entwicklung seit 2011 0,4 % 0,3 % 0,2 % 0,9 % 1,4 % +250,0 % 5,4 % 41 / 54
Bev.-Entwicklung (5 Jahre) 1,3 % 0,2 % -0,1 % 0,6 % 1,1 % -15,4 % 2,0 % 34 / 54

Alter

Kennzahl 2019 2020 2021 2022 2023 Trend DE 2023 Rang
Altenquotient 37,9 38,8 39,5 40,1 40,9 +7,9 % 37,9 10 / 54
Anteil ab 80-Jährige 7,1 % 7,3 % 7,4 % 7,3 % 7,2 % +1,4 % 7,3 % 23 / 54
Anteil Elternjahrgänge 16,4 % 16,4 % 16,6 % 16,8 % 16,8 % +2,4 % 17,7 % 30 / 54
Anteil unter 18-Jährige 15,7 % 15,8 % 16,1 % 16,3 % 16,5 % +5,1 % 16,9 % 46 / 54
Gesamtquotient 67,7 68,8 69,9 71,1 72,4 +6,9 % 69,8 19 / 54
Medianalter 48,0 48,0 47,8 47,4 47,1 -1,9 % 45,2 11 / 54
Jugendquotient 29,8 30,0 30,5 31,0 31,5 +5,7 % 32,0 45 / 54
Durchschnittsalter 45,5 45,6 45,6 45,5 45,5 0,0 % 44,6 7 / 54
Anteil 65- bis 79-Jährige 15,5 % 15,6 % 15,8 % 16,2 % 16,5 % +6,5 % 15,0 % 2 / 54

Bewegung

Kennzahl 2019 2020 2021 2022 2023 Trend DE 2023 Rang
Geburten (je 1.000) 8,7 8,7 8,9 9,0 8,8 +1,1 % 8,9 38 / 54
Sterbefälle (je 1.000) 13,1 13,1 13,3 13,6 13,7 +4,6 % 12,2 11 / 54
Natürlicher Saldo -4,4 -4,4 -4,4 -4,6 -4,8 -9,1 % -3,3 45 / 54

Wanderung

Kennzahl 2019 2020 2021 2022 2023 Trend DE 2023 Rang
Fortzüge (je 1.000) 37,0 34,2 33,2 32,8 32,0 -13,5 % 51 / 54
Bildungswanderung -7,2 -9,5 -7,2 -2,9 3,4 +147,2 % 29 / 54
Alterswanderung 2,2 1,2 0,8 1,1 0,5 -77,3 % 19 / 54
Wanderung Beginn 2. Lebenshälfte 1,2 0,4 -0,6 0,5 0,9 -25,0 % 26 / 54
Wanderungssaldo 5,6 4,3 4,4 6,2 7,3 +30,4 % 22 / 54
Familienwanderung 12,1 10,3 10,5 12,6 13,5 +11,6 % 28 / 54
Zuzüge (je 1.000) 42,6 38,5 37,6 39,0 39,3 -7,7 % 51 / 54

Was bedeuten die Kennzahlen für Bottrop?

Die 23 Indikatoren zeigen zusammen ein detailliertes Bild der demografischen Situation. Kurz erklärt, was jede Kennzahl misst und was ein hoher oder niedriger Wert für das Leben und Arbeiten in Bottrop bedeutet:

Basis

Bevölkerung
Absolute Einwohnerzahl der Kommune. Grundlage für Vergleiche und Kennzahl für die Größe des lokalen Arbeitsmarkts, der Infrastruktur und des Handels.
Einwohnerdichte
Einwohner pro Hektar (100 × 100 m). Hoher Wert = städtisch verdichtet, mehr Nahversorgung und ÖPNV. Niedriger Wert = ländlich, mehr Freifläche, oft günstigerer Wohnraum.

Trend

Bev.-Entwicklung seit 2011
Prozentuale Veränderung der Einwohnerzahl gegenüber 2011. Positiv = wachsende Kommune (mehr Zuzug, oft angespannter Wohnungsmarkt). Negativ = schrumpfend, meist strukturschwache Regionen.
Bev.-Entwicklung (5 Jahre)
Kurzfristiger Trend der letzten fünf Jahre. Zeigt aktuelle Dynamik unabhängig vom langfristigen 2011-Trend.

Alter

Altenquotient
Anzahl der ab 65-Jährigen je 100 Personen im Erwerbsalter. Ein hoher Wert bedeutet mehr Rentenbezieher gegenüber Beitragszahlern — wichtig für Sozialsysteme und Fachkräftebedarf.
Anteil ab 80-Jährige
Anteil der Hochbetagten. Ein hoher Wert erhöht den Bedarf an Pflege, ambulanter Versorgung und barrierefreiem Wohnraum.
Anteil Elternjahrgänge
Anteil der Frauen im typischen Elternalter (20-40 Jahre). Ein Indikator für die Familienfreundlichkeit und die Aussicht auf natürliches Bevölkerungswachstum.
Anteil unter 18-Jährige
Anteil der Kinder und Jugendlichen. Hoher Wert = junge Familien vor Ort, mehr Bedarf an Kita, Schule und Freizeitangeboten.
Gesamtquotient
Summe aus Jugend- und Altenquotient. Zeigt, wie viele Personen insgesamt (jung + alt) auf 100 Erwerbstätige kommen.
Medianalter
Alter, bei dem exakt die Hälfte der Einwohner jünger und die Hälfte älter ist. Robuster gegenüber Ausreißern als der Durchschnitt.
Jugendquotient
Anzahl der unter 20-Jährigen je 100 Personen im Erwerbsalter (20-64). Zeigt, wie viele junge Menschen von der arbeitenden Bevölkerung „mitgetragen" werden.
Durchschnittsalter
Arithmetischer Mittelwert des Alters aller Einwohner. Zusammen mit dem Medianalter ein Gradmesser für die Alterung der Bevölkerung.
Anteil 65- bis 79-Jährige
Anteil der jüngeren Senioren. Meist noch aktiv im Alltag, prägt Freizeit-, Gesundheits- und Kulturangebote.

Bewegung

Geburten (je 1.000)
Neugeborene je 1.000 Einwohner im Jahr. Hoher Wert = jüngere Kommune mit Familien; niedriger Wert = alternde Bevölkerung.
Sterbefälle (je 1.000)
Verstorbene je 1.000 Einwohner. Ein Wert über den Geburten führt zu natürlichem Bevölkerungsrückgang.
Natürlicher Saldo
Geburten minus Sterbefälle (je 1.000). Positiv = Bevölkerung wächst aus eigener Kraft. Negativ = Rückgang, nur durch Zuwanderung kompensierbar.

Wanderung

Fortzüge (je 1.000)
Personen, die die Kommune verlassen (je 1.000). Hoher Wert kann auf Wegzug junger Erwachsener, Rentner oder ganzer Familien hindeuten.
Bildungswanderung
Wanderungssaldo der 18-24-Jährigen. Positiv = Hochschul- und Ausbildungsstandort mit Anziehungskraft. Negativ = junge Erwachsene ziehen zum Studium oder Job weg.
Alterswanderung
Wanderungssaldo der ab 65-Jährigen. Positiv = Zuzugsort für Ruheständler (z. B. wegen Freizeitwert, Nähe zur Familie). Negativ = Ältere verlassen die Kommune.
Wanderung Beginn 2. Lebenshälfte
Wanderungssaldo der 50-64-Jährigen. Umzüge in dieser Altersgruppe erfolgen meist berufsbedingt oder als Vorbereitung auf den Ruhestand.
Wanderungssaldo
Zuzüge minus Fortzüge. Der wichtigste Indikator für die reale Bevölkerungsentwicklung. Positiv = Kommune wächst durch Zuwanderung.
Familienwanderung
Wanderungssaldo der Altersgruppe 30-49 mit Kindern. Ein positiver Wert deutet auf gute Familien-Infrastruktur, bezahlbaren Wohnraum und Arbeitsplätze hin.
Zuzüge (je 1.000)
Personen, die neu in die Kommune ziehen (je 1.000 Einwohner). Zeigt die Attraktivität als Wohn- und Arbeitsort.

Wichtig: Alle Werte sind statistische Aggregate für die gesamte Kommune Bottrop. Sie sagen nichts über einzelne Stadtteile oder Personengruppen aus. Bei Interpretation immer den langfristigen Trend (Spalte „Trend") und den Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt beachten.

Quelle & Lizenz

Alle Kennzahlen stammen aus dem Wegweiser Kommune der Bertelsmann Stiftung. Die Daten stehen unter der Lizenz CC0 und sind frei nutzbar. Zeitraum 2019–2023. Die Trend-Spalte zeigt die prozentuale Veränderung zum Startjahr 2019. Rang bezieht sich auf Nordrhein-Westfalen.

→ Arbeitsmarkt Bottrop  ·  → Leben und Arbeiten in Bottrop

Bottrop zählt 2023 genau 118.705 Einwohnerinnen und Einwohner — und wächst: Seit 2011 legte die Bevölkerung um 1,4 Prozent zu. Das klingt moderat, ist aber für eine Stadt im Ruhrgebiet keine Selbstverständlichkeit. Wer in Bottrop arbeitet oder eine Stelle sucht, trifft auf einen Arbeitsmarkt, den demografische Verschiebungen spürbar prägen. Aktuell sind im Portal 1.091 Stellen ausgeschrieben — verteilt auf Branchen, die direkt von Altersstruktur und Zuwanderung abhängen.

Zahlen und Zeitreihen für Bottrop

Das Durchschnittsalter der Bottroper Bevölkerung liegt 2023 bei 45,5 Jahren, der Median sogar bei 47,1 Jahren. Zum Vergleich: Der nordrhein-westfälische Landesdurchschnitt liegt beim Medianalter rund zwei Jahre darunter. Bottrop ist damit eine der älteren Städte im Bundesland. Der Altenquotient — 65-Jährige und Ältere je 100 Erwerbsfähige — beträgt 40,9. Das bedeutet: Auf je 100 Menschen im erwerbsfähigen Alter kommen fast 41 Personen im Rentenalter. Dieser Wert liegt über dem NRW-Schnitt und signalisiert mittelfristigen Ersatzbedarf am Arbeitsmarkt.

Der Jugendquotient fällt mit 31,5 (unter 20-Jährige je 100 Erwerbsfähige) vergleichsweise niedrig aus. Nur 16,5 Prozent der Bevölkerung sind unter 18 Jahre alt. Das begrenzt das heimische Fachkräftepotenzial der kommenden Jahre. Positiv ist das Wanderungssaldo: Mit 7,3 Zuzügen je 1.000 Einwohner verzeichnet Bottrop 2023 einen klaren Bevölkerungsgewinn durch Migration und Binnenwanderung. Dieser Zuzug — sowohl aus dem Umland (Gladbeck, Oberhausen, Essen) als auch von weiter her — puffert den demografischen Rückgang teilweise ab. Über fünf Jahre gerechnet wuchs die Einwohnerzahl um 1,1 Prozent, was auf eine stabile Nachfrage nach Wohn- und Betreuungsinfrastruktur hindeutet.

Deep-Dive: was das für Bottrop heißt

Ein Altenquotient von 40,9 und ein Medianalter von 47,1 Jahren erzeugen konkreten Handlungsdruck in zwei Bereichen: Pflege und Kinderbetreuung. Einerseits wächst die Nachfrage nach Pflegepersonal und sozialen Dienstleistungen für Ältere — ein Effekt, der sich in den Stellenausschreibungen der 337 aktuell aktiven Arbeitgeber in diesem Segment widerspiegelt. Andererseits macht das positive Wanderungssaldo von 7,3 je 1.000 Einwohner Investitionen in Kindertagesbetreuung nötig: Familien, die nach Bottrop ziehen, benötigen Kita-Plätze. Der Anteil unter 18-Jähriger von 16,5 Prozent liegt zwar niedrig, doch Zuzugsfamilien aus dem Umland — etwa aus Dorsten oder Kirchhellen — erhöhen die Auslastung der Einrichtungen. Berufe wie Erzieher/-in, Pflegefachkraft und Sozialpädagoge/-in sind deshalb strukturell nachgefragt. ALDI Einkauf SE & Co. oHG führt in diesem Kontext mit 67 offenen Stellen, gefolgt von Tempton Personaldienstleistungen GmbH mit 60 Ausschreibungen.

Für Bewerber und Umsteiger

Für Bewerberinnen und Bewerber in Bottrop bedeutet die demografische Lage: Qualifizierte Fachkräfte in sozialen und pflegenahen Berufen finden hier stabile Nachfrage — getrieben durch einen Altenquotienten von 40,9 und ein kontinuierlich positives Wanderungssaldo. Wer sich gezielt orientieren möchte, findet auf der Berufe-Übersicht eine strukturierte Auswahl nach Branchen. Einen Überblick über die größten Arbeitgeber in Bottrop bietet die Seite Top-Arbeitgeber.